Räume sind Erinnerungen vs. Erinnerungen sind Räume: Tanz, Musik und die Verdichtung von Emotion

von | 25.07.2009 | Kunst-Projekte, Performance, Tanz und Theater

Tanz war schon immer ein elementarer Bestandteil meiner Performances und Konzerte, so auch im aktuellen Programm „Elektronische Musik und Visuals“. Viele der Songs und Sounds entstehen aus Bewegungen und Gesten. Die Verbindung von Musik, Tanz und Bild ist für mich nicht nur ein ästhetisches Mittel, sondern Ausdruck einer tieferen künstlerischen Philosophie: Räume speichern Emotionen, und Erinnerungen formen wiederum die Wahrnehmung von Räumen.

Mich fasziniert die Vorstellung, dass ein Raum wie ein Gefäß oder Speicher alle in ihm empfundenen Emotionen aufnimmt. Jede Bewegung, jeder Klang, jede Geste hinterlässt eine Spur, eine Art energetischen Abdruck, der im Raum verbleibt. Diese gespeicherten Emotionen können – zumindest in meiner künstlerischen Vorstellung – wieder abgerufen und in neue Bewegungen verwandelt werden. So entsteht ein Kreislauf aus Erfahrung, Erinnerung und Ausdruck, der jeden Auftritt einzigartig macht.

Ein zentrales künstlerisches Mittel, das ich immer wieder einsetze, ist die Verlangsamung von Bewegung. Gerade in der Langzeitperformance „nyx“ habe ich diese Technik intensiv erforscht und angewendet. Durch die bewusste, häufig langsame Wiederholung von Bewegungen verdichten sich Emotion und Ausdruck. Die Zeit scheint sich auszudehnen, und die kleinsten Veränderungen im Raum und im Körper werden spürbar. Die Musik, oft elektronisch, manchmal fast meditativ, unterstützt diesen Prozess, indem sie den Raum für Wahrnehmung und Erinnerung öffnet.

Die Frage, ob Räume Erinnerungen speichern oder Erinnerungen Räume erschaffen, zieht sich wie ein roter Faden durch meine Arbeit. In meinen Performances wird der Raum nicht nur bespielt, sondern selbst zum Akteur. Er nimmt auf, gibt zurück, verändert sich mit jeder Bewegung, jedem Klang, jeder Geste. Die Zuschauerinnen und Zuschauer werden eingeladen, Teil dieses Prozesses zu werden, eigene Erinnerungen und Emotionen in den Raum zu projizieren und sich von der Atmosphäre tragen zu lassen.

Die Technik der Verlangsamung und der bewussten Wiederholung ist für mich ein Schlüssel zur Verdichtung von Erfahrung. Sie ermöglicht es, Emotionen nicht nur zu zeigen, sondern sie im Raum zu verankern und für alle Beteiligten erfahrbar zu machen. Auch in meinen aktuellen Projekten, von „Elektronische Musik und Visuals“ bis hin zu intermedialen Langzeitperformances, bleibt diese Herangehensweise zentral. Sie verbindet Tanz, Musik, Bild und Raum zu einer lebendigen, sich ständig wandelnden Komposition.

YouTube-Veröffentlichung: 25.07.2009

Konzept und Performance: seit 2008 in unterschiedlichen Konzert- und Performance-Kontexten im Einsatz.

 

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