Im Rahmen meines Langzeitprojekts URBANITY entstehen fortlaufend neue Songs, Klangcollagen, Performances und künstlerische Aktionen, die sich mit urbanen Themen, gesellschaftlicher Vielfalt und politischer Realität auseinandersetzen. Ziel ist es, die Stadt als Bühne zu begreifen und aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen nicht nur zu dokumentieren, sondern künstlerisch zu kommentieren und erfahrbar zu machen.
Im Mai 2013 erhielt ich die Einladung, beim 28. Fest der Völkerverständigung in Karlsruhe aufzutreten. Angesichts der damaligen Debatte um die NSU-Verbrechen und den gesellschaftlichen Umgang damit habe ich spontan einen neuen Song komponiert: #artikel3 – benannt nach meinem Lieblingsartikel im Grundgesetz. Artikel 3 GG steht für Gleichheit, Antidiskriminierung und das Recht auf Teilhabe – und ist damit das perfekte Gegenmittel zu Rassismus, Ausgrenzung und rechter Gewalt.
Der Refrain des Songs bringt es auf den Punkt: „Was die brauchen ist, was die brauchen ist, was die brauchen ist: Artikel 3 in das Gesicht.“ Mit diesem Song wollte ich ein deutliches, musikalisches Statement setzen – gegen das Vergessen, gegen Gleichgültigkeit und für eine offene, vielfältige Gesellschaft.
Die Uraufführung von Artikel 3 fand am 29. Juni 2013 um 17:30 Uhr auf dem Stephansplatz in Karlsruhe statt – als #performanceflashmob im Rahmen des Festes der Völkerverständigung. Wer Teil des Anti-NSU-Flashmobs sein wollte, war eingeladen, spontan mitzumachen und gemeinsam ein Zeichen zu setzen. Die Aktion wurde von zahlreichen Besucher:innen und Passant:innen erlebt. Es war ist und bleibt wichtig Haltung zu zeigen und den öffentlichen Raum für gesellschaftliche Themen zu nutzen.
Parallel zu dieser Aktion liefen die Vorbereitungen für den nächsten Fotoshoot für URBANITY auf Hochtouren. Die Fotografie übernahm Berti Weichert, mit dem ich bereits mehrfach produktiv zusammengearbeitet habe. Seine Bilder fangen die Energie, Spontaneität und Vielschichtigkeit der Aktion ein und sind Teil des wachsenden URBANITY-Archivs. Das Beitragsbild oben zeigt ein Standbild aus dem Video und gibt einen Eindruck von der Atmosphäre des Tages.
Auch wenn nicht alle verstanden haben, worum es bei Artikel 3 wirklich ging, bleibt die Aktion für mich ein wichtiger Meilenstein: Sie zeigt, wie Kunst, Musik und gesellschaftliche Positionierung im urbanen Raum zusammenkommen können – und dass es sich lohnt, auch unbequeme Themen sichtbar zu machen.
Weitere Impressionen, Songs und Beiträge zum Projekt finden Sie in der Kategorie URBANITY.


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